Ratgeber

Verwertung von Speiseresten: vom Behälter zu Strom und Dünger

Nach dem Tausch landen Ihre Speisereste weder auf der Deponie noch in der Müllverbrennung. ReFood bereitet sie auf, hygienisiert sie und gewinnt daraus in Biogasanlagen Strom, Wärme, Biomethan und Dünger.

Aufbereitung

Speisereste werden maschinell von Fremdstoffen getrennt und auf unter 12 mm zerkleinert.

Hygienisierung

Das Material wird mindestens eine Stunde lang auf mindestens 70 °C erhitzt.

Energie

In der Biogasanlage entstehen Strom und Wärme, an einem Standort auch Biomethan.

Dünger

Aus dem Gärrest werden die Dünger ReFood GP+ und ReFood ASL+ für die Landwirtschaft.

Vom Stellplatz in die Niederlassung

Die Verwertung beginnt an Ihrem Stellplatz. Der Fahrer tauscht die vollen Behälter gegen gereinigte und verlädt sie in ein geschlossenes Kofferfahrzeug. Umgefüllt wird unterwegs nichts, die Behälter bleiben bis zur Niederlassung verschlossen. Jeder Tausch wird digital dokumentiert, sodass nachvollziehbar bleibt, wann welche Behälter abgeholt wurden. Für das Einsammeln von Küchen- und Speiseabfällen verfügt ReFood über eine Genehmigung nach der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 über tierische Nebenprodukte.

In der Niederlassung bleibt getrennt, was Sie getrennt gesammelt haben. Unverpackte Speisereste und verpackte Lebensmittel werden getrennt angenommen und aufbereitet. Knochen, Fett und Schwarten gibt ReFood an einen spezialisierten Verwerter weiter, wie im Ratgeber zu Knochen, Fett und Schwarten beschrieben. Für Sie endet die Arbeit mit dem Bereitstellen der Behälter, um Transport, Aufbereitung und Verwertung kümmert sich ReFood.

Trennen, zerkleinern, hygienisieren

Zuerst trennt eine Maschine organische von nicht organischen Bestandteilen. Verpackte Lebensmittel laufen vorher durch eine Entpackungsmaschine, die Folien, Becher und Schalen vom Inhalt löst. Anschließend zerkleinert eine Trennmühle die Speisereste auf eine Stückgröße unter 12 mm.

Danach folgt die Hygienisierung. Das Material wird mindestens eine Stunde lang auf mindestens 70 °C erhitzt. Dabei werden Krankheitserreger abgetötet, die in Speiseresten mit tierischen Bestandteilen vorkommen können. Die geringe Stückgröße sorgt dafür, dass die Wärme gleichmäßig durch das Material dringt.

Hydrozyklon und Dekanter holen Störstoffe heraus

Auch nach dem Zerkleinern enthält das Material noch Störstoffe. Im Hydrozyklon werden schwere Teile wie Steine, Metallstücke und Knochen über die Fliehkraft abgeschieden. Der Dekanter entfettet das Material und trennt verbliebene Kunststoffreste ab.

Jeder dieser Schritte senkt den Fremdstoffanteil. Je sauberer Sie im Betrieb trennen, desto weniger muss die Anlage aussortieren. Besteck, Glas oder Servietten in der Speiserestetonne erhöhen den Aufwand und können die Qualität des späteren Düngers mindern. Welche Abfälle in welchen Behälter gehören, zeigt der Ratgeber zu Behältern und Ablauf.

In der Biogasanlage entstehen Strom, Wärme und Biomethan

Das aufbereitete Gärsubstrat kommt in die Biogasanlage. Dort bauen Mikroorganismen die organische Masse unter Luftabschluss ab. Dabei entsteht Biogas, das zu einem großen Teil aus Methan besteht. ReFood nutzt es auf zwei Wegen:

  • In einem Blockheizkraftwerk (BHKW) wird das Biogas verbrannt und treibt einen Generator an, der Strom erzeugt.
  • Am Standort Genthin wird Biogas zu Biomethan aufbereitet, das Erdgasqualität erreicht und sich wie Erdgas nutzen lässt, zum Beispiel zum Heizen oder als Kraftstoff.

Das BHKW arbeitet mit Kraft-Wärme-Kopplung, es liefert also gleichzeitig Strom und Wärme. Die Abwärme heizt im eigenen Betrieb die Hygienisierung und die Behälterwäsche. Ein Teil der Energie aus Ihren Speiseresten wird so direkt für deren Verarbeitung genutzt.

Speisereste eignen sich gut für die Vergärung, weil sie feucht und energiereich sind. In einer Verbrennungsanlage würde ihr hoher Wasseranteil dagegen vor allem Energie kosten.

Aus dem Gärrest wird Dünger

Nach der Vergärung bleibt der Gärrest zurück. Er enthält einen großen Teil der Nährstoffe der ursprünglichen Lebensmittel, vor allem Stickstoff, Phosphor und Kalium. Der Gärrest wird gesiebt und anschließend als organischer Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt. Daraus entstehen zwei Produkte:

  • ReFood GP+ ist ein gütegesichertes Gärprodukt. Die Gütesicherung läuft über die Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK).
  • ReFood ASL+ ist ein Flüssigdünger, der Stickstoff aus Speiseresten enthält.

So kommen die Nährstoffe auf die Felder zurück, auf denen neue Lebensmittel wachsen. Die Bioabfallverordnung stellt dafür Anforderungen an Hygiene, Schwermetalle und Fremdstoffe und schreibt regelmäßige Untersuchungen vor.

Wir schließen den Kreislauf

Das Prinzip lässt sich in einem Satz fassen: Wir schließen den Kreislauf. Lebensmittel werden angebaut, verarbeitet, verkauft und gegessen. Was übrig bleibt, wird zu Energie und zu Dünger für die nächste Ernte.

Auch die Behälter laufen in einem Kreislauf. Nach dem Entleeren durchlaufen sie die Behälterwaschstraße, werden gereinigt, kontrolliert, auf Funktion geprüft, getrocknet und für die nächste Tour geladen. Die Sammelfahrzeuge werden ebenfalls desinfiziert. Die Wärme für die Behälterwäsche stammt zum Teil aus dem eigenen BHKW.

Für Ihren Betrieb heißt das: Ihre Lebensmittelabfälle werden nachvollziehbar verwertet. Das können Sie auch in Ihrer Nachhaltigkeitskommunikation zeigen, etwa als Hotel gegenüber Gästen oder als Kantinenbetreiber bei Ausschreibungen.

Altspeiseöl wird zu Biodiesel

Gebrauchte Frittierfette und Speiseöle sammelt ReFood getrennt im Oleo90. Sie werden in den Niederlassungen aufbereitet und zu Biokraftstoffen wie Biodiesel verarbeitet. Nach den Standardwerten der Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II spart Biodiesel aus Altspeiseöl gegenüber fossilem Diesel mehr als 80 Prozent Treibhausgasemissionen. Feste Rückstände aus der Fritteuse gehören dagegen in die Speiserestetonne und gehen den Weg in die Biogasanlage. Wie die Altfettentsorgung abläuft, lesen Sie auf frittierfett-entsorgen.de.

Auch Inhalte aus Fettabscheidern werden verwertet, in Biogasanlagen oder in Klärwerken. Leerung und Wartung Ihres Fettabscheiders können Sie über fettabscheider-dienst.de anfragen.

Fragen

Häufige Fragen

Werden Speisereste verbrannt oder deponiert?

Nein. Die Speisereste, die ReFood sammelt, werden aufbereitet und in Biogasanlagen vergoren. Daraus entstehen Strom, Wärme, Biomethan und Dünger. Gesondert entsorgt werden nur die aussortierten Fremdstoffe wie Verpackungsreste.

Warum werden Speisereste auf 70 °C erhitzt?

Die Hygienisierung bei mindestens 70 °C über mindestens eine Stunde tötet Krankheitserreger ab. Das ist nötig, weil Speisereste tierische Bestandteile enthalten und der Gärrest später als Dünger auf Felder kommt.

Was ist der Unterschied zwischen Biogas und Biomethan?

Biogas entsteht bei der Vergärung und besteht vor allem aus Methan und Kohlendioxid. Biomethan ist aufbereitetes Biogas, aus dem Kohlendioxid und weitere Bestandteile entfernt wurden, sodass es Erdgasqualität hat. ReFood bereitet Biogas am Standort Genthin zu Biomethan auf.

Wie kann mein Betrieb zu einer guten Verwertung beitragen?

Indem Sie sauber trennen. In den Behälter gehören nur die vereinbarten Lebensmittelreste, verpackte Ware nur in Weichverpackung und nur in den Behälter für verpackte Lebensmittel. Je weniger Fremdstoffe ankommen, desto sauberer wird der Dünger. Mehr dazu im Ratgeber zur Entsorgung verpackter Lebensmittel.

Wie komme ich zu einer Speiseresteentsorgung mit Verwertung?

Über die Angebotsanfrage erhalten Sie ein kostenloses und unverbindliches Angebot. Geben Sie dort Ihre Branche, die anfallenden Abfallarten und, falls bekannt, die gewünschte Zahl an Behältern an. Kennen Sie Ihren Bedarf noch nicht, werden Sie beraten.

Zählt Strom aus Speiseresten als erneuerbare Energie?

Ja. Strom aus Biogas zählt nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zu den erneuerbaren Energien, weil die Energie aus Biomasse stammt und nicht aus fossilen Quellen. Bei ReFood kommt diese Biomasse aus Speiseresten und Lebensmittelabfällen, die ohnehin anfallen. Für Strom und Wärme aus Biomasse ist ReFood nach SURE zertifiziert.

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