Ratgeber
Verpackte und abgelaufene Lebensmittel entsorgen
Abgelaufene Ware, Fehlchargen oder Lebensmittel nach einer Unterbrechung der Kühlkette gehören nicht mit den übrigen Speiseresten in eine Tonne. Seit dem 1. Mai 2025 gelten für verpackte Lebensmittel eigene Regeln bei Sammlung und Verarbeitung.
Getrennte Wege
Seit dem 1. Mai 2025 werden verpackte und unverpackte Lebensmittel getrennt erfasst, gesammelt und verarbeitet.
Nur Weichverpackung
Folie, Netz, Schale, Becher und Getränkekarton sind möglich, Glas und Blech dagegen nicht.
Maschinelle Entpackung
ReFood trennt Verpackung und Inhalt mechanisch und prüft danach den Fremdstoffanteil.
Höherer Aufwand
Wegen Entpackung und Kontrolle ist die Entsorgung verpackter Lebensmittel teurer als die unverpackter Speisereste.
Auf dieser Seite
- Welche Lebensmittel als verpackt gelten
- Was die Novelle der Bioabfallverordnung seit Mai 2025 ändert
- Welche Verpackungen erlaubt sind
- Verpackte Lebensmittel im Betrieb richtig sammeln
- Wie die Entpackung bei ReFood abläuft
- Warum verpackte Lebensmittel aufwendiger und teurer sind
- Große Mengen aus Handel, Lager und Industrie
Welche Lebensmittel als verpackt gelten
Verpackte Lebensmittelabfälle entstehen vor allem im Lebensmittelhandel, in der Industrie, in Lagern und in der Distribution. Typische Fälle sind:
- Ware, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) oder Verbrauchsdatum abgelaufen ist
- Kühl- und Tiefkühlware nach einer Unterbrechung der Kühlkette
- Fehlchargen und Ausschuss aus der Qualitätskontrolle
- beschädigte oder unverkäufliche Ware aus Filialen und Lagern
- Obst und Gemüse in Folie, Netz oder Schale
Auch in Gastronomie, Hotels und Kantinen bleiben verpackte Produkte übrig, etwa Joghurtbecher, Portionspackungen oder abgelaufene Kühlware aus dem Lager. Maßgeblich ist der Zustand bei der Übergabe: Packen Sie die Ware selbst aus und geben nur den Inhalt in den Behälter, zählt sie zu den unverpackten Speiseresten.
Was die Novelle der Bioabfallverordnung seit Mai 2025 ändert
Seit dem 1. Mai 2025 gilt die novellierte Bioabfallverordnung (BioAbfV). Danach werden verpackte und unverpackte Lebensmittelabfälle getrennt erfasst, getrennt gesammelt und getrennt verarbeitet. Erst wenn beide Stoffströme aufbereitet sind, werden sie zum Gärsubstrat für die Biogasanlage zusammengeführt.
Verpackte Ware wird mechanisch entpackt und anschließend beprobt. Der Anteil an Fremdstoffen, die größer als 2 mm sind, darf 0,5 Prozent bezogen auf die Trockenmasse nicht überschreiten. Gemeint sind vor allem Reste von Folien und Kunststoffverpackungen. Unverpackte Speisereste werden dagegen auf höchstens 12 mm zerkleinert.
Für Sie als Abfallerzeuger folgt daraus zweierlei. Sie brauchen getrennte Behälter für verpackte und unverpackte Lebensmittel. Und Sie müssen sich bei der ersten Übergabe verpackter Lebensmittel darüber in Kenntnis setzen, dass diese rechtskonform verarbeitet werden. Die übrigen rechtlichen Grundlagen erläutert der Ratgeber zu den Vorschriften der Speiseresteentsorgung.
Welche Verpackungen erlaubt sind
In den Behälter für verpackte Lebensmittel dürfen nur Weichverpackungen. Erlaubt sind zum Beispiel:
- Obst und Gemüse in Folie, Netz oder Schale
- Milchprodukte in Plastikbechern oder Getränkekartons
- verpackte Kühlware wie Käse oder Aufschnitt
- verpackte Tiefkühlware
Nicht erlaubt sind Glas und Blech, also etwa Konfitüre- und Gurkengläser, Konservendosen oder Getränkedosen. Die Entpackung ist auf weiche Verpackungen ausgelegt, Scherben und Metallteile würden als Fremdstoffe im Gärsubstrat und später im Dünger landen. Leeren Sie solche Produkte vor der Übergabe aus oder klären Sie Sonderfälle vorher mit ReFood. Transportverpackungen wie Paletten sowie Holz- und Kunststoffkisten gehören ebenfalls nicht in den Behälter.
Verpackte Lebensmittel im Betrieb richtig sammeln
Damit die Sammlung im Alltag funktioniert, genügen wenige, klare Regeln:
- Kennzeichnen Sie den Behälter für verpackte Lebensmittel deutlich, damit er nicht mit dem Behälter für unverpackte Speisereste verwechselt wird.
- Sortieren Sie Gläser, Dosen und Transportverpackungen aus, bevor die Ware in den Behälter kommt.
- Lagern Sie aussortierte Kühlware bis zur Abholung möglichst kühl, damit keine Gerüche entstehen.
- Befüllen Sie auch diesen Behälter nur bis etwa 20 cm unter den Rand und stellen Sie ihn ebenerdig bereit.
- Kündigen Sie größere Einzelmengen, etwa nach einer Inventur, frühzeitig an, damit zusätzliche Behälter oder ein zusätzlicher Tausch eingeplant werden können.
Die Leistungsnachweise von ReFood belegen, wann welche Behälter abgeholt wurden. Das hilft Ihnen, die Entsorgung aussortierter Ware intern nachvollziehbar festzuhalten.
Wie die Entpackung bei ReFood abläuft
Die verpackten Lebensmittel werden in eigenen Behältern gesammelt und in der Niederlassung getrennt von den unverpackten Speiseresten angenommen. Eine Entpackungsmaschine öffnet die Verpackungen und trennt sie mechanisch vom Inhalt. Die Verpackungsreste werden aussortiert, der organische Anteil geht weiter in die Aufbereitung.
Anschließend wird der Fremdstoffanteil beprobt. Erst wenn der Grenzwert eingehalten ist, wird das Material mit den zerkleinerten unverpackten Speiseresten zum Gärsubstrat vermischt. In der Biogasanlage entstehen daraus Energie und Dünger. Die einzelnen Schritte beschreibt der Ratgeber zur Verwertung von Speiseresten.
Warum verpackte Lebensmittel aufwendiger und teurer sind
Die getrennten Wege kosten Geld. Nötig sind eigene Behälter, eine getrennte Sammlung und Annahme, die Entpackungsmaschine, die Beprobung und die Entsorgung der abgetrennten Verpackungen. Die Novelle hat außerdem Investitionen in neue Anlagentechnik ausgelöst. Deshalb ist die Entsorgung verpackter Lebensmittel teurer als die Entsorgung unverpackter Speisereste.
Wenn Ihr Betriebsablauf es zulässt, kann sich das Auspacken lohnen, denn selbst entpackte Ware gilt als unverpackt. Bei kleinen Mengen und leicht zu öffnenden Verpackungen ist das realistisch. Bei großen Mengen ist die maschinelle Entpackung meist wirtschaftlicher als die Handarbeit. Welche Faktoren den Preis sonst beeinflussen, lesen Sie im Ratgeber zu den Kosten der Speiseresteentsorgung.
Große Mengen aus Handel, Lager und Industrie
Fällt ein ganzer Kühltransport aus, wird eine Produktion nicht freigegeben oder muss ein Lager größere Mengen mit abgelaufenem MHD aussortieren, reicht die übliche Speiserestetonne nicht aus. Für solche Fälle bietet ReFood industrielle Sonderentsorgungen an, typische Auftraggeber sind Speditionen, Logistiklager und Distributionszentren. Beschreiben Sie bei der Anfrage Art und Verpackung der Ware sowie die ungefähre Menge.
Für Mengen, die regelmäßig anfallen, etwa in Supermärkten oder Produktionsbetrieben, ist ein Vertrag mit getrennten Behältern und vereinbartem Rhythmus sinnvoll. Mehr dazu auf der Seite für den Lebensmittelhandel.
Fragen
Häufige Fragen
Darf ich abgelaufene Lebensmittel mit Verpackung in die Biotonne für Gewerbe geben?
Ja, wenn für Ihren Standort ein eigener Behälter für verpackte Lebensmittel vereinbart ist und die Ware nur in Weichverpackung steckt. In den Behälter für unverpackte Speisereste gehören dagegen keine Verpackungen. Seit Mai 2025 müssen beide Fraktionen getrennt bleiben.
Kann ich verpackte und unverpackte Lebensmittel zusammen sammeln?
Nein. Die novellierte Bioabfallverordnung verlangt seit dem 1. Mai 2025 eine getrennte Erfassung, Sammlung und Verarbeitung. Ein Behälter mit gemischtem Inhalt gilt als fehlbefüllt und kann stehen bleiben oder zusätzlich berechnet werden. Fallen bei Ihnen beide Fraktionen an, planen Sie von Anfang an zwei Behälterarten ein.
Was ist mit verpackter Wurst und verpacktem Fleisch?
Verpackte Fleisch- und Wurstwaren, etwa Ausschuss aus der Qualitätskontrolle oder Ware nach einer Unterbrechung der Kühlkette, werden als eigene Fraktion gesammelt. Sie gehören weder in den Behälter für unverpackte Speisereste noch in den Behälter für Knochen, Fett und Schwarten. Klären Sie die Sammlung vorab mit ReFood.
Was bedeutet der Fremdstoffgrenzwert von 0,5 Prozent?
Nach der Entpackung darf das Material höchstens 0,5 Prozent Fremdstoffe enthalten, bezogen auf die Trockenmasse. Gezählt werden Teile, die größer als 2 mm sind, also vor allem Folien- und Kunststoffreste. So soll verhindert werden, dass Kunststoff über den Gärrest auf landwirtschaftliche Flächen gelangt.
Wie bekomme ich ein Angebot für verpackte Lebensmittel?
Nutzen Sie die Angebotsanfrage und wählen Sie dort die Abfallart verpackte Lebensmittel aus. Hilfreich sind Angaben zur Art der Ware, zu den Verpackungen und zur ungefähren Menge pro Woche. Anfrage und Angebot sind kostenlos und unverbindlich.
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